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Modetipps (Folge 3)
Die Subkulturen prägen ihren jeweils eigenen, mitunter stark abweichlerischen Stil. Eines aber eint sie alle: Das Mobiltelefon.

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Sonntag, 07.09.2008
19. August: Klopp-Euphorie nicht zu bremsen
von Peter K. | Beitrag bearbeiten | dauerhafter Link | Kommentare (0)

Der neue Trainer von Bundesligist Borussia Dortmund, Jürgen Klopp (41), begeistert die Fanmassen wie kaum ein anderer. Der Verein gab heute bekannt, daß die Zahl der verkauften Dauerkarten selbst für die in dieser Hinsicht verwöhnten Dortmunder in ungeahnte Höhen gestiegen sei. Es wird schwer werden für die Gastmannschaften, die in dieser Saison in der gelb-schwarzen Hölle, dem ehemaligen Westfalenstadion, antreten müssen!
Das Dortmunder Westfalenstadion
9. August: Nicht verwechseln!
von Peter K. | Beitrag bearbeiten | dauerhafter Link | Kommentare (2)

Neulich habe ich jemanden telefonisch nicht erreicht, weil ich einen dummen Zahlendreher in der Nummer hatte. Viel verheerender kann es werden, wenn man in Worten so einen Dreher drin hat. Zum Beispiel, wenn man statt
Paderborn Paderborn Baaderporn sagt: Baaderporn

Für das Foto aus Paderborn habe ich mich bei einem Dirk Schmidt zu bedanken, der es auf Pixelio.de zur Verfügung gestellt hat.

4. August: Kinder = Armutsrisiko
Kindergelderhöhung = Armutszeugnis

von Qwertz | Beitrag bearbeiten | dauerhafter Link | Kommentare (8)

(Ich weiß, es ist nicht mehr ganz aktuell, aber trotzdem.)

HURRA!!! Das Kindergeld wird erhöht! Und das schon ab dem 1. Januar 2009 und gleich (wahrscheinlich) für die ersten beiden Kinder von derzeit 154 Euro auf jeweils 160 Euro, für das dritte Kind auf 204 und für alle weiteren Kinder auf 229 Euro! Klingt gut? Vor allem wo doch allerorten das Thema "Kinder als Armutsrisiko" diskutiert wird?

"Eine Erhöhung um acht oder zehn Euro hat den Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten oder zwei großen Pils. Ich fürchte, das Geld kommt bei den Kindern in vielen Fällen nicht an." Sagt Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen.

Ok, dass darin die Behauptung mitschwingt, die durchschnittlichen Eltern würden in der Regel das für die Familie zur Verfügung stehende Geld für Drogen ausgeben, mag befremden. In einem muss ich Herrn Steinbrück allerdings Recht geben: Auch ich befürchte, dass in vielen Fällen das Geld nicht bei den Kindern ankommt. In vielen Fällen sind nämlich die Empfänger von Leistungen nach dem SGB 2 (im Volksmund Hartz IV) Eltern vieler Kinder. Kinder als Armutsrisiko eben. Und genau hier liegt das Problem. Das Kindergeld wird nämlich den Kindern als Einkommen angerechnet. Das heißt, im Moment bekommt ein z.B. 8-jähriges Kind 211 ¤ Sozialgeld nach dem SGB 2. Davon werden die 154 ¤ Kindergeld abgezogen, bleiben 57 ¤ vom "Amt".

Erhöhen wir das Kindergeld auf 160 ¤, dann werden eben 160 ¤ abgezogen, bleiben 51 ¤ SGB-2-Leistungen. Bravo! Ganz großes Kino! Und das Lustigste: Das Sozialgeld bezahlt sowieso der Bund (anders als etwa die Miete für Hartz-IV-Empfänger, die bezahlt die Komune), d.h. durch die Kindergelderhöhung wird eine große Menge Geld von der einen Kasse des Bundes in die andere Kasse des Bundes gelegt und am Ende jubelt die Bundesagentur für Arbeit wahrscheinlich noch, sie habe mal wieder riesige Gewinne erwirtschaftet. Wirklich mehr Geld in der Tasche haben jedoch "nur" die Bezieher mittlerer und höherer Einkommen, also nicht unbedingt diejenigen, die wirklich von "Kinderarmut" bedroht sind. Nicht dass ich es ihnen nicht gönnen würde und die meisten können es sicher auch gebrauchen.

Aber die entscheidene Frage ist doch: WISSEN die Politker, die das beschließen, das nicht? Oder wollen die uns verarschen?

Wobei die eigentlich entscheidende Frage ist: Bin ich nur von Vollidioten umgeben, dass ich der einzige bin, der das merkt? Zumindest wäre mir nicht aufgefallen, dass die "Medien" diesen Gedanken auch nur ganz entfernt angerissen hätten...
22. Juli: Auszug aus der Hausordnung
von Peter K. | Beitrag bearbeiten | dauerhafter Link | Kommentare (0)

Gemäß Punkt 2.2 unserer Hausordnung dürfen Teppiche "werktags außerhalb der Ruhezeiten an den dafür vorgesehenen Plätzen geklopft werden, wenn keine Wäsche hängt oder gerade aufgehängt wird."

Gott sei Dank gelten derartige Restriktionen nicht für dumme Sprüche!
19. Juli: Blogeintrag und mehr...
von Peter K. | Beitrag bearbeiten | dauerhafter Link | Kommentare (0)

"Cut and more" nennt sich hierzustadt ein Laden, bei dem man sich die Haare waschen, schneiden und legen lassen kann. Schräg gegenüber findet man die "Haarwerkstatt". Außerdem gibt es noch die "Schnittstelle" und als ich in Mainz noch Haare hatte, ging ich ab und an zum "Kopfjäger". Die schneidende Zunft hat offenbar ein Problem mit ihrer Berufsbezeichnung. Einfach nur noch ein Schild oder meinetwegen auch eine Leuchtreklame aufzuhängen, die einen auf den ersten Blick erkennen läßt, daß es sich um einen "Frisör" handelt, bei dem man sich das Haupthaar kürzen lassen könnte, scheint den Künstlern am - wenn auch nicht im - Kopf nicht kreativ genug zu sein.

Dabei sind Frisöre doch diejenigen, denen die Retro-Welle mit Abstand am ehesten das Geld in die Taschen spült. Die finanzstarke Jugendkultur trug jahrzehntelang lange Langhaarfrisuren, die das fachkundige Eingreifen des Frisörs unnötig machten. Danach schnitt man sich - man nehme nur mal mich - dann den wenig kosten- und handwerksintensiven 3-mm-Schnitt. Heute jedoch sind wieder aufwendige Kunstwerke im Stile der 60er und 70er und - leider - auch 80er angesagt und Frisöre können jubeln. Würden nicht da erst recht die guten alten Frisörläden ein passendes Ambiente liefern? Darum ergeht folgender Aufruf: "Liebe Frisöre, steht wieder zu Eurer Berufsbezeichnung!"

Und wenn wir schon dabei sind: Aus welchem Grund fühlen sich Dienstleistende und Handeltreibende zunehmend animiert, Ihrer Geschäftsbezeichnung immer noch ein "und mehr", in der Regel sogar mit verheißungsvollen "..." anzuhängen. "Cut and more...", "Kiosk und mehr..." lassen in mir regelmäßig wüste Phantasien entstehen, was es womöglich noch alles unter der Ladentheke oder in dunklen Hinterzimmern geben könnte. Ich habe noch nie gefragt.

Vermutlich ist es aber beim "und mehr" das gleiche Motiv, wie es bei der Umbenennung des Frisörs in den "Kopfjäger" oder den Arbeiter an der "Schnittstelle" ist: Die eigene Tätigkeit und Dienstleistung erscheint den Menschen zu gewöhnlich und zu fade. Ein Armutszeugnis, wenn man bedenkt, daß sie dann auch noch für den Kunden attraktiv gemacht und an den Mann gebracht werden soll. Zu verzweifelt erscheint der Versuch, die eigene Gewöhnlichkeit zu leugnen.

Dem Aufmerksamen ist gewiß nicht entgangen, daß ich hier (erstaunlicherweise?) nicht gegen die ach so bösen Anglizismen wettere. In der Tat will ich dieses Fass für heute mal zu lassen und statt dessen nur auf die Internetseite des Hamburger Frisörs www.schnitt-und-mehr.de verweisen.
In eigener Sache: Ein toller Untertitel für diese Seite wäre sicherlich auch "Satire und mehr...". Doch wollen wir es mal lassen und uns nicht in die lange Reihe der 35,5 Millionen Treffer nach "und mehr" bei Google einreihen! (Zu meinen Favoriten zählen www.schilddruese-und-mehr.de, www.augen-und-mehr.de oder auch "tolle Geschenke und mehr".)

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